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Rechtsradikale Szene im Siegerland - 1990 bis heute

Eventbild

Datum: 15.02.2018 um 19:00

Veranstaltungsort: Veranstaltungsraum der Stadtbibliothek Kreuztal, Marburger Str.10
Ein Mann läuft nachts alleine eine Bundesstraße entlang. Zwei Autos fahren vorbei und halten an. Die Fahrer erkundigen sich nach der Uhrzeit, fahren kurz weiter und halten doch wieder an. Männer steigen aus, schlagen den Fußgänger bewusstlos und legen ihn auf die Straße. Sie fahren weg. Der Mann liegt auf dem Asphalt. Das ist kein Kinofilm - das ist die Bundesrepublik Deutschland am Anfang der 1990er Jahre. Der Mann kam aus Sri Lanka und lief nachts auf einer Bundesstraße bei Hennef. In dem vorbeifahrenden Auto saßen Männer - aus dem Siegerland. Sie sind Neonazis. Das nächste Opfer war Bruno Kappi. Er starb am 16. Dezember 1992 in Siegen. "Skinheads regieren die Straßen von Siegen" lautete damals der Titel eines Fernsehbeitrags. Angriffe gegen Migrantinnen und Linke, rassistische Beleidigungen und Drohungen, aber auch Brandanschläge waren in Deutschland an der Tagesordnung. Die Pogrome und Anschläge in Hoyerswerda, Rostock-Lichtenhagen, Mölln und Solingen stehen bezeichnend für das, was Anfang der 1990er Alltag war. Siegen? Wirklich in diesem idyllischen Städtchen? Im Dreiländereck liegend, war das Siegerland spätestens seit Anfang der 1990er Jahre eines der entscheidenden Gebiete, in denen sich Neonazis organisieren konnten. Siegener Neonazis waren in nahezu allen wichtigen Strukturen vernetzt. Sie organisierten Aufmärsche, arbeiteten in Parteien wie der FAP (Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei), in Gruppen wie der SAF (Sauerländer Aktionsfront) oder in späteren Jahren im Verbund der FNSi (Freien Nationalisten Siegerland). Ist die Bundesrepublik Deutschland inzwischen ein Ort der Willkommenskultur? Mitnichten! Allein in NRW wurden 2016 über 4.700 rechte Straftaten verzeichnet. Und mit von der Partie ist seit Anfang der 1990er immer wieder: das Siegerland und Umland. Ihr Referent, Gewerkschafter, Vertreter der "Respekt!" Initiative und Mitbegründer der DGB-Jugend-Initiative "Siegen Nazifrei", zeichnet in einem spannenden und kurzweiligen Vortrag Entwicklungslinien der Siegerländer Neonaziszene auf. Er hinterfragt anhand seiner Darstellungen die Selbstwahrnehmung der ganzen Bundesrepublik, denn wir müssen feststellen: Faschisten, Nationalisten und Rassisten hat es damals gegeben und es gibt sie auch weiterhin. In der Mitte der Gesellschaft. / Siehe auch: http://webbasys.kdz-ws.net/gkz110/webbasys/index.php?kathaupt=& kathauptname=Startseite

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Kontaktdaten: 0271/333-1524