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| (Plettenberg / Attendorn / Neu Ebersdorf 08.01.2005) |
seit Samstag, 8. Januar 2005 |
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| Marc H. ist Mörder von Felix & Levke |
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Das Drama hat ein trauriges Ende gefunden. Der Mörder von der kleinen Levke Strassheim (8) ist auch der Mörder von Felix Wille (8). Es ist der inhaftierte Marc Hoffmann (31), dem bereits 1994 eine versuchte Vergewaltigung an einer 17-Jährigen aus dem Kreis Olpe vorgeworfen wurde.
Vor laufenden TV-Kameras erklärte die „SoKo Felix“ und Oberstaatsanwalt Burkhard Vonnahme am Samstagnachmittag in Cuxhaven, der Mann habe am Freitagmorgen in einem Gespräch mit seinem Rechtsanwalt den Mord an Felix eingeräumt und erklärt, den Jungen in der Geeste bei Schiffdorf-Bramel im Kreis Cuxhaven „versenkt" zu haben. Dort war die in einem Bettlaken und Plastiktüten mit Steinen beschwerte Leiche des Jungen am Freitagabend von Polizeitauchern gefunden worden. Felix war am 30. Oktober 2004 in der Nähe seines Heimatortes verschwunden.
Die „SoKo Felix“ hält es nach den neuesten Erkenntnissen für möglich, dass Marc Hoffmann für weitere Verbrechen in ganz Deutschland verantwortlich sein könnte. Dazu sei es jetzt wichtig, dass die Bevölkerung - ehemalige Nachbarn, Kollegen, oder einfach nur zeugen kurzer Kontakte, ihre auch viele Jahre zurückliegenden Beobachtungen lückenlos für ein zu erstellendes Bewegungsschemas an die Polizei weitergeben. Das betrifft auch die Zeiten seiner Aufenthalte im Sieger- und Sauerland.
Der mutmaßliche Täter Marc Hoffmann wurde am 1. August 1973 in Plettenberg im Sauerland geboren und hat keine Geschwister. Als er sieben Jahre alt war, zog die Familie in das Haus der Großeltern nach Nuttmecke. Das kleine Örtchen Nuttmecke im Nachbarkreis Olpe, wo Hoffmann aufwuchs und zur Schule ging, verlebte in den vergangenen Wochen eine unruhige Zeit. Ehemaligen Mitschüler beschreiben Marc Hoffmann, Vater von zwei Kindern (2 und 10 Jahre alt), als faul und wenig gelehrig. Er habe mehrere Schuljahre wiederholen müssen.
Seine Arbeitsstelle auf dem Bauhof in Attendorn konnte der mutmaßlichen Kindermörder Marc Hoffmann nicht lange halten. Der Langzeitarbeitslose, der dann 1995 nach Cuxhaven zog, nahm nach zwei gescheiterten Ehen seine älteste Tochter bei sich auf. Warum Hoffmann das Sorgerecht für seine Tochter bekam, obwohl er 1994 wegen der Vergewaltigung einer jungen Frau (17) aus Olpe verurteilt wurde, bleibt undurchsichtig.
* Rückblende:
Felix Wille hatte am Samstagnachmittag (30. Oktober 2004) um 14:20 Uhr die elterliche Wohnung verlassen, um auf dem Schulhof der Grundschule in Hipstedt-Löh mit einem gleichaltrigen Freund Fußball zu spielen. Dieser hielt jedoch die Verabredung nicht ein. Stattdessen spielte Felix kurz mit einem anderen Freund.
Als Felix nicht wie abgesprochen gegen Abend zurückkam, suchte zunächst Mutter Anja ihren Sohn alleine. Sie fand ihr Kind weder an der Schule noch bei Mitschülern und informierte daher kurz vor 19:00 Uhr die Bremervörder Polizei. Ein Zeuge will Felix noch gegen 17:30 Uhr auf dem Schulhof gesehen haben. Seitdem war er wie vom Erdboden verschluckt.
Mit einem in dieser Größenordnung einmaligen Aufgebot an freiwilligen Helfern wurde danach mit über 7.000 Personen die umfangreichste Suchaktionen der Nachkriegsgeschichte nach dem vermissten achtjährigen Felix Wille begonnen. Zur zweitägigen Suchaktion kamen allein 1.900 Feuerwehrleute aus der Region, dazu ließen Jäger und Förster in ihren Revieren in einem Umkreis von 50 Kilometern um Hipstedt jeden Quadratmeter „umdrehen“. Auch 80 speziell ausgebildete Spürhunde durchkämmten die ausgedehnten Wälder der Region. An den wichtigsten Straßen wurden die Gräben auf einer Länge von insgesamt 23 Kilometern überprüft und dann die rund 800 eingegangenen Hinweise aus der Bevölkerung abgearbeitet.
Neu Ebersdorf besteht aus zwei Dutzend kleinen Gehöften und Einfamilienhäusern, die entlang der Landstraße im weiten Abstand voneinander stehen. Die Gegend ist dünn besiedelt und einsam. Der Wald ist in Sichtweite des Elternhauses von Felix. Die Wohnung des Achtjährigen ist rund 3,5 Kilometer Luftlinie von dem Schulhof entfernt. Die normale Straße und der Radweg in den nächsten Ort Hipstedt sind rund 6 Kilometer lang. Abkürzungen führen durch das so genannte „Sperrzeugamt“, eines der größten geschlossenen Waldgebiete im Elbe-Weser-Dreieck. In dem Areal liegen Bunkeranlagen aus dem Zweiten Weltkrieg.
Natürlich wurden auch eventuelle Zusammenhänge mit dem Fall Dennis Klein (9) geprüft, der 2001 knapp 25 Kilometer entfernt aus dem Schullandheim Wulsbüttel verschleppt und später tot aufgefunden wurde. Die in diesem und in einigen anderen Fällen immer wieder geschilderten Taten von einem geheimnisvollen „Maskenmann“ betrafen allerdings immer die Nachtzeiten – Felix verschwand aber am Tage. Einen Zusammenhang mit dem tragischen Tötungsdelikt im Fall Levke Strassheim aus Cuxhaven wurde zunächst als unwahrscheinlich eingestuft.
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| sly |
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