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Personalentwicklung 2.0 – Gut für Unternehmen, Mitarbeiter und Region

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10.11.2013 | Siegen

Für Betriebe lohnt es sich im Zuge des demografischen Wandels aus vielerlei Gründen, sich intensiver um ihre Mitarbeiter zu kümmern und in sie zu investieren. Das muss nicht immer viel Geld kosten. Vielmehr können Unternehmen mittel- und langfristig so sogar ihre Kosten senken sowie wettbewerbsfähiger und erfolgreicher wirtschaften. Nicht nur große, sondern auch kleine und mittlere Betriebe können und sollten dafür individuelle, flexible und effiziente Lösungen finden. Das kommt Unternehmen, Beschäftigen und Region gleichermaßen zugute. Das war die Quintessenz der Informationsveranstaltung „Personalentwicklung 2.0 – Gesunderhaltung, Weiterbildung und Wissenssicherung“ in der IHK Siegen.

Eingeladen hatte der Arbeitskreis Demografie des Runden Tisches Siegen. Über 40 Führungskräfte, Personalverantwortliche und Mitarbeitervertreter aus Wirtschaft und Verwaltung der Region folgten der Einladung.

Unter der Moderation von Petra Kipping, Regionalagentur der Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe, referierten und diskutierten Uwe Steingräber, T1 Gesundheitszentrum, Stephan Jäger, IHK Siegen, Rita Kley, QuatroTransFair GmbH aus Siegen, Winfried Schwarz, EJOT GmbH & Co. KG aus Bad Berleburg, Dirk Schöps, Sparkasse Siegen und Holger Grafe von Gustav Hensel GmbH & Co. KG aus Lennestadt.

Wie bleiben Beschäftigte gesund und motiviert, wie sichern Unternehmen vorhandenes Know-how und wie muss Weiterbildung gerade auch für die zunehmende Gruppe der Älteren aussehen? Das waren die behandelten Fragen.

Stephan Jäger stellte von den vielfältigen IHK-Angeboten zur Fachkräftesicherung den „Demografierechner“ vor. Mit diesem Instrument können die Betriebe anhand der eigenen Beschäftigtendaten noch besser als bisher ermitteln, wo und wie sich die Altersstrukur der Belegschaft künftig ändert und neue Mitarbeiter dringend benötigt werden. „Klar ist, dass die Belegschaften durchschnittlich immer älter und in vielen Berufsgruppen verstärkt Fachkräfte knapp werden“, erläuterte Jäger. „Der Fachkräftemangel betrifft nicht nur Großbetriebe. Auch kleine Unternehmen müssen sich dem Problem stellen. Hierzu stellt der IHK-Demografierechner die Zahlengrundlage zur Verfügung“. Er appellierte an die Anwesenden, dieses Instrument auch zu nutzen. Denn: „Die Fachkräfteuhr tickt und in etlichen Bereichen ist es schon fünf vor zwölf“.

Uwe Steingräber verdeutlichte das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) als strategische Unternehmensaufgabe. Die volks- und betriebswirtschaftlichen Kosten von Arbeitsunfähigkeit und verminderter Leistung seien immens. Alleine Rückenleiden belasteten deutsche Unternehmen mit circa 9 Milliarden Euro jährlich. Betriebe könnten freilich relativ einfach die Gesundheit ihrer Beschäftigten positiv beeinflussen. Betriebliche Gesundheitsförderung lohne sich deswegen sehr. Gesunde, leistungsfähige und motivierte Mitarbeiter machten sich auf Dauer bezahlt, so Steingräber. Fehlzeiten könnten zum Beispiel durch ein BGM um 12 Prozent bis 36 Prozent reduziert werden.

Winfried Schwarz berichtet aus der Praxis von EJOT: Das Unternehmen sei auf den entsprechenden Feldern schon länger und erfolgreich unterwegs. Besonders die betriebliche Weiterbildung würde ständig angepasst und forciert, weil die technischen Anforderungen stiegen. An die Ausbildung knüpfe immer mehr eine beständige Weiterbildung an, so Schwarz.

Dirk Schöps stellte besonders die Bindung der Mitarbeiter durch die Zertifizierung „berufundfamilie“ der Hertie-Stiftung heraus. Das beinhalte auch viele Aktivitäten zur Gesundheitsförderung, die sehr gut angenommen würden. Der Kontakt von Eltern während der Elternzeit sei der Sparkasse sehr wichtig. Anschließend werde auch der flexible Wiedereinstieg, unter anderem durch Stufenmodelle, gefördert. Schließlich würden die Kinderbetreuungsangebote weiter ausgebaut.

Für Holger Grafe sind die Beschäftigten der entscheidende Faktor für die Firma Hensel, um immer einen Schritt am Markt voraus zu sein. Der Schlüssel dazu sei vor allem die Aus- und Weiterbildung. Um auf dem neuesten Stand der Technik zu sein, würden Anforderungsprofile – auch für Maschinisten oder in der Montage – erstellt, um anschließend zielgerichtet zu qualifizieren.

Die Qualifikation der ist auch für Rita Kley der Schlüssel zum Erfolg. Sie unterstützt daher mit QuatroTransFair das „Kompetenzmanagement“ und die strukturierte Personalentwicklung von Betrieben. Gemäß dem Zitat von Eishockeylegende Wayne Gretzky, ein guter Spieler sei immer da wo der Puck ist, müsse ein guter Mitarbeiter die Kompetenzen haben, die von ihm auch künftig abverlangt würden. Weiterbildung sei daher für alle wichtig, auch für diejenigen, die es auf den ersten Blick nicht benötigten. Wichtig sei ebenso das betriebliche Wissensmanagement: „Ein ‚Maschinenflüsterer’ weiß oft gar nicht genau, was er alles weiß“, so Kley. Dieses Wissen sei ein Schatz und müsse gehoben werden. Das gelte vor allem für die Erfahrung älterer Beschäftigter, die kurz vor der Pension stünden.

Die IHK Siegen kooperiert im „Arbeitskreis Demografischer Wandel“ mit der federführenden Regionalagentur Siegen-Wittgenstein-Olpe, dem Arbeitsmedizinischen Zentrum Siegerland e.V., der AOK Westfalen-Lippe Regionaldirektion Siegerland, der Bezirksregierung Arnsberg und dem Deutschen Gewerkschaftsbund Region Südwestfalen. Ziel ist ein gemeinsames Service- und Informationsangebot. Der Kreis ist für weitere arbeitsmarktpolitische Akteure der Region offen.

elle

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